Millionengeschenke für die Apotheker ?       

2003 
wurden die Apotheken in übelster Weise von der Regierung über den Tisch gezogen:
Geplant war in Beitragssatzsicherungsgesetz ( BSSichG )ein neuerlicher Sparbeitrag der Apotheker von ca. 350 Mio Euro durch Erhöhung der Rabatte, die die Apotheken den Krankenkassen gewähren müssen.

Berechnungen der Apothekerverbände hatten jedoch ergeben, dass der Sparbeitrag der Apotheken 3 x höher ausfallen würde 
( ca. 1050 Mio. ) !
Monate lang wurde dies im Ministerium bestritten und sogar gegenüber den Abgeordneten im Bundestag ( März 2003 ) geleugnet !

Ca. 70 SPD Abgeordnete glaubten jedoch den vorgelegten Zahlen der Apotheken, die sich mit jedem Monat in 2003 als zutreffender herausstellten !
Doch selbst diesen SPD-Abgeordneten wurde monatelang vom SPD geführten Ministerium versichert, dass die Apotheken nur mit den vorgesehen 350 Mio belastet würden ! 

Pech nur, dass ein vertrauliches internes Arbeitspapier aus dem Ministerium in die Öffentlichkeit gelangte, aus dem hervorging, dass bereits im Oktober 2002 im Ministerium der Sparbeitrag der Apotheker mit ca. 1000 Mio errechnet wurde, obwohl man der Öffentlichkeit und den Abgeordneten des Bundestages gegenüber nur 350 Mio genannt hatte. 

Der Ärger unter den eigenen  SPD-Abgeordneten - die sich zu recht betrogen fühlten - hätte die Regierung in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht, die bereits in Planung befindliche nächste Gesundheitsreform ( GMG ) zu verabschieden, hätte unser Kanzler nicht unmissverständlich wieder einmal mit Rücktritt gedroht und die eigenen "Aufwiegler" in Einzelgesprächen auf Linie diszipliniert !

Zunächst wurde versprochen die Sparbeiträge der Apotheken  auszusetzen, sobald die geplanten 350 Mio erbracht wären. Dieses Versprechen wurde natürlich nicht gehalten. Die Apotheken mussten bis zum Ende des Jahres weiterzahlen, obwohl ihr Sparbeitrag längst überschritten war. Ende 2003 hatten sich die Belastung der Apotheken auf ca.1,1 Mrd Euro addiert ,  statt der verlangten 350 Mio ! 
Die Apotheker wurden auf das nächste Gesetz vertröstet. 
Man versprach, die jährliche Belastung im nächsten Gesetz von 1,1 Mrd wieder auf 500 Mio zurückzufahren. 

Worauf sich damals der "Spiegel" die populistische Schlagzeile " 500-Millionen Geschenk für Apotheker "  nicht verkneifen konnte.  

2004 

Mit dem GMG wurde also der jährliche Sparbeitrag der Apotheken wieder auf rund 500 Mio festgelegt.  
Diese Belastung wurde in die neue packungsbezogene Vergütung der Apotheken bereits eingerechnet. 

Da die Kassen befürchteten, dass die Ärzte statt der ab 2004 nicht mehr bezahlten Arzneimittel vermehrt verschreibungspflichtige Arzneimittel verordnen würden und ein Ansteigen der Packungszahlen auch das Honorar der Apotheker erhöhen würde, hatten sie darauf gedrängt, dass folgender Passus ins Gesetz geschrieben wurde :  

" In der Vereinbarung für das Jahr 2005 ....  sind Vergütungen der Apotheken, die sich aus einer Abweichung der Zahl der abgegebenen Packungen verschreibungspflichtiger Arzneimittel im Jahr 2004 gegenüber dem Jahr 2002 ergeben, auszugleichen.“

Wäre also die Anzahl der verordneten Packungen gestiegen, so wäre die Vergütung der Apotheken entsprechend abgesenkt worden !
Wider Erwarten haben sich die Kassen verspekuliert, denn die Zahl der Packungen ist 2004 gefallen !
Durch die Reduzierung der Packungszahlen sind den Apotheke - zusätzlich zu den bereits geleisteten 500 Mio - weitere 390 Mio Verlust entstanden !
Dieser Verlust hätte daher laut Gesetz im Folgejahr durch eine Erhöhung der Vergütung pro Packung ausgeglichen werden müssen !

Also :

- kein Millionengeschenk, sondern gesetzlich vorgeschriebener Verlustausgleich  !

Und genauso wie 2003 werden die Apotheken erneut über den Tisch gezogen :

Erneut fiel der Sparbeitrag der Apotheken also wesentlich höher aus als verlangt, aber da diese diesmal einen gesetzlichen Anspruch auf eine Rückerstattung haben, wird eine andere Taktik angewandt :

Durch massive, heuchlerische Stimmungsmache werden die Apotheker als die großen Gewinner der Gesundheitsreform dargestellt, deren Nachforderung die Patienten belasten würde !

Es wird mit Gesetzesänderung und weiteren KÜRZUNGEN des Apothekerhonorars gedroht, sollten die Apotheker nicht freiwillig auf Ihren gesetzlichen Erstattungsanspruch verzichten !

Zahlreiche Medien beten die Schlagzeile der Bild-Zeitung ungeprüft nach, ohne sich die Mühe eigener journalistischer Recherchen zu 
machen !

Nun wenige seriöse Zeitungen durchschauen das perfide Spiel und berichten objektiv und fair :

Ärztezeitung : "Gespielte Empörung. Spiel mit falschen Zahlen ", 
Süddeutsche Zeitung "Unverschämt sind jene Politiker, die unter Gedächtnisschwäche leiden. "
FAZ : "Erpressermethoden" 
Berliner Morgenpost : " Das Geschrei von Politik und Kassen ist verlogen" 
Frankfurter Neue Presse : "Diese neue Klassenkampf-Variante ( Heuschrecken-Polemik ) ist im Gesundheitswesen längst Übung" 
Südwest Presse Ulm : " Schmidt versucht offensichtlich, die Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen "

Und diese Art von Berichterstattung zeigt Wirkung : 
Dank der massiven Falschinformationen sind 75 % der Bevölkerung der Meinung, der Anspruch der Apotheken sei unberechtigt " 

Rechtsbeugung, Missachtung bestehender Gesetze zum eigenem Vorteil, Drohung und Erpressung, Meinungsumfragen !

Unter diesem Druck mussten die Apothekerverbände erneut nahezu vollständig auf auf ihren Verlustausgleich verzichten !

Das Vertrauen der Apotheker in unseren Rechtsstaat ist verloren gegangen !
Verträge , Gesetze und Versprechungen in unserem Gesundheitswesen sind nicht mehr das Papier wert 
auf dem sie geschrieben werden !